Sofortige Implantation

Fachkraft im weißen Kittel zeigt mit einer Sonde auf ein Implantat-Schnittmodell mit roter Basis

Bei der sofortigen Implantatsetzung wird das Implantat in derselben Sitzung eingesetzt wie die Zahnextraktion. Aufgrund der verkürzten Behandlungszeit und der ästhetischen Vorteile wird diese Methode heute häufig bevorzugt. Der Eingriff muss von einem erfahrenen Chirurgen sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Die sofortige Implantation ist eine Methode, die schnelle und effektive Ergebnisse bietet. Allerdings bedarf diese Behandlungsmethode einer sorgfältigen Planung und Durchführung durch einen erfahrenen Arzt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine sorgfältige Mundhygiene nach der Behandlung erhöhen die Erfolgschancen des Implantats.

Patientenuntersuchung und Planung

  • Radiologische Untersuchung: Mittels Panoramaröntgen und 3D-Zahntomographie werden der Aufbau des Kieferknochens, die Lage der Nebenhöhlen und die Knochendichte beurteilt.
  • Zahn- und Gewebeanalyse: Der Grund für die Zahnentfernung (Fraktur, Infektion, Karies usw.) wird detailliert untersucht. Die Gesundheit des Zahnfleisches wird beurteilt.
  • Planung: Der Bereich und der Winkel, in dem das Implantat platziert wird, werden bestimmt. Dabei werden der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten sowie systemische Erkrankungen berücksichtigt.

Lokalanästhesie und Zahnentfernung

Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und der Patient verspürt keine Schmerzen. Die Zahnextraktion sollte atraumatisch erfolgen, ohne das umliegende Gewebe zu beschädigen. Nach der Extraktion muss das infizierte Gewebe in der Zahnhöhle (dem Raum, in dem der Zahn gezogen wurde) vollständig gereinigt werden. Andernfalls wird der zukünftige Erfolg des Implantats negativ beeinflusst.

Platzierung des Implantats

Nach der Zahnextraktion werden Größe und Form der Alveole überprüft. Anschließend wird die Implantatstelle im Knochen sorgfältig mit chirurgischen Bohrern vorbereitet, die für die Implantatmarke spezifisch sind. Das Titanimplantat wird in einem vorgegebenen Winkel und in der richtigen Position platziert. Nach der Platzierung des Implantats wird eine Stabilitätsprüfung durchgeführt (Primärstabilität). Eine gute Primärstabilität bedeutet, dass das Implantat zum Zeitpunkt der Platzierung fest im Knochen verankert ist. Bei sofortigen Implantationen ist es wichtig, die Primärstabilität sicherzustellen.

Anbringen der provisorischen Prothese (Sofortbelastung)

Nach dem Einsetzen des Implantats kann eine provisorische Prothese angebracht werden, um die ästhetischen Bedürfnisse des Patienten zu erfüllen. Dieser künstliche Zahn wird auf das Implantat gesetzt und bietet dem Patienten eine sofortige ästhetische und funktionelle Lösung. Die Prothese ist so gestaltet, dass sie den Heilungsprozess des Implantats nicht beeinträchtigt (okklusale Kontaktpunkte sind ausgeglichen).

Heilungsprozess (Osseointegration)

Bis das Implantat mit dem Knochen verwächst, ist ein Heilungsprozess von 2-6 Monaten erforderlich. Während dieses Prozesses erhält der Patient Mundhygiene- und Ernährungsempfehlungen. Der Zustand des Implantats wird durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen überwacht.

Anbringen der endgültigen Prothese

Nach Abschluss des Heilungsprozesses wird die temporäre Prothese entfernt. Das Abutment (auf das Implantat aufgesetztes Verbindungsstück) wird befestigt. Dabei wird ein mit Porzellan oder Zirkonium beschichteter Zahn speziell für den Patienten angefertigt und auf das Implantat gesetzt.

Vorteile des Sofortimplantats

Die Behandlungszeit wird verkürzt. Da die provisorischen Zähne sofort angebracht werden, entstehen für den Patienten weder ästhetische noch funktionelle Probleme. Der Knochenverlust nach der Extraktion bleibt minimal. Ein zweiter chirurgischer Eingriff ist nicht erforderlich. Die Formung des Zahnfleisches wird erleichtert.

Passende Fälle für Sofortimplantate

Eine Sofortimplantation kann problemlos bei Patienten mit ausreichend Knochenvolumen und -dichte, Patienten ohne Infektion und mit gesundem Zahnfleisch sowie Personen durchgeführt werden, deren systemische Erkrankungen unter Kontrolle sind.

Fälle, die nicht für eine sofortige Implantation geeignet sind

Die Anwendung wird bei unzureichendem Kieferknochen, akuten Infektionen oder Entzündungen, nicht kontrolliertem Diabetes, systemischen Erkrankungen wie Chemotherapie/Strahlentherapie, Rauchen und mangelnder Mundhygiene nicht empfohlen.