Was Ist Parodontitis?

Lippe wird mit dem Finger zur Seite gezogen und zeigt Zahnfleisch und Zahnhälse von der Seite (Symbolbild)

Parodontitis ist eine fortschreitende Zahnfleischerkrankung, die durch eine Entzündung und Zerstörung des Zahnfleisches und anderer Gewebe rund um die Zähne (Parodontalband und Alveolarknochen) gekennzeichnet ist. Bleibt eine Gingivitis, das Frühstadium einer Zahnfleischerkrankung, unbehandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln. Diese Erkrankung ist oft eine der Hauptursachen für Zahnverlust.

Eine Parodontitis kann zum Rückgang des Zahnfleischgewebes, zur Auflösung des Knochengewebes, das die Zahnwurzel stützt, und zum Lockern der Zähne führen. Hauptursache sind bakterieller Zahnbelag und Zahnstein, die sich auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischrand ansammeln.

Symptome einer Parodontitis

  • Zahnfleischbluten (besonders beim Zähneputzen)
  • Schwellung, Rötung und Empfindlichkeit des Zahnfleisches
  • Mundgeruch (Halitosis)
  • Zahnfleischrückgang
  • Zähne werden locker oder gehen auseinander
  • Schmerzen beim Kauen
  • Bildung von Zahnfleischtaschen (Lücken zwischen Zahnfleisch und Zähnen)

Zweck der Parodontitisbehandlung:

  • Linderung von Zahnfleischentzündungen
  • Vorbeugung der Bildung von Zahnsteinen und Plaque
  • Stoppt den Knochenschwund
  • Stärkung des Gewebes, das die Zähne stützt

Wie kann einer Parodontitis vorgebeugt werden?

Durch eine gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche lässt sich einer Parodontitis weitgehend vorbeugen.

  1. Regelmäßiges und richtiges Zähneputzen: Mindestens zweimal täglich sollten die Zähne, einschließlich des Zahnfleischsaums, mit einer weichen Bürste und fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden.
  2. Verwendung von Zahnseide: Bakterielle Plaque, die sich zwischen den Zähnen ansammelt, sollte mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste gereinigt werden.
  3. Mundwasser: Die Verwendung eines antibakteriellen Mundwassers kann die Bildung von bakteriellem Zahnbelag reduzieren.
  4. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt: Ein halbjährlicher Besuch beim Zahnarzt ist wichtig für eine frühzeitige Diagnose und Vorbeugung.
  5. Gesunde Ernährung: Zucker- und säurehaltige Speisen sollten vermieden und das Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung unterstützt werden.
  6. Rauchen aufgeben: Rauchen erhöht das Risiko einer Parodontitis und erschwert die Behandlung.
  7. Stress bewältigen: Stress kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen.

Mit diesen Methoden ist es möglich, einer Parodontitis vorzubeugen und gesundes Zahnfleisch zu erhalten. Bei ersten Anzeichen sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Wie wird eine parodontitis behandelt?

Die Behandlung einer Parodontitis variiert je nach Schwere der Erkrankung. Ziel der Behandlung ist es, die Zahnfleischentzündung unter Kontrolle zu bringen und gesundes Stützgewebe wiederherzustellen.

Beginn Der Behandlung: (Nicht-Chirurgische Methoden)

Zahnsteinreinigung (Scaling)

Der Zahnarzt oder Parodontologe entfernt Zahnstein und Plaque, die sich am Zahnfleischrand angesammelt haben. Dabei handelt es sich um die Reinigung von Plaque und Zahnstein auf Zahnoberflächen mit Ultraschallgeräten und Handwerkzeugen. Dieser Vorgang beugt Zahnfleischentzündungen vor und verbessert die Mundhygiene. Dank der Zahnsteinreinigung verringert sich das Risiko eines Zahnfleischrückgangs und Knochenschwunds. Die Anwendung ist schmerzlos oder verursacht nur minimale Beschwerden.

Urzel-Oberflächenbearbeitung (Subgingivale Kürettage)

Dabei handelt es sich um den Vorgang, Plaque und Bakterien aus infizierten Bereichen unter dem Zahnfleisch zu entfernen. Ziel dieses Verfahrens ist die Wiederherstellung der Zahnfleischgesundheit und es ist kein chirurgischer Eingriff erforderlich. Es verhindert die Ansammlung von Bakterien durch Glättung der Wurzeloberfläche und ermöglicht die erneute Anhaftung des neu geformten, gesunden Zahnfleisches an der Wurzel.

  • Wie wird eine subgingivale Kürettage durchgeführt? Der Bereich wird durch eine örtliche Betäubung betäubt. Die Ablagerungen unter dem Zahnfleisch werden mit speziellen Handinstrumenten, sogenannten Küretten, entfernt. Die Wurzeloberfläche wird abgeflacht und geglättet.
  • Vorteile der Behandlung: Es ist wirksam bei der Behandlung tiefer Taschen. Verhindert weiteren Gewebeverlust. Es handelt sich um eine minimalinvasive Methode mit kurzer Erholungszeit.

Antibiotische Behandlung

Bei fortgeschrittener Infektion werden systemische oder lokale Antibiotika zur Eindämmung der Krankheit eingesetzt. Eine Antibiotikatherapie wird als unterstützende Behandlungsmethode zur Linderung von Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Ziel der Behandlung ist es, die Ausbreitung der Infektion zu verhindern und die Heilung durch die Reduzierung der Bakterienmenge zu beschleunigen.

Vorteile der Behandlung; Es verhindert, dass sich die Infektion auf tiefere Gewebe ausbreitet. Die Infektion kann ohne chirurgischen Eingriff unter Kontrolle gebracht werden. Bei lokaler Anwendung werden die Nebenwirkungen minimiert.

Bewerbungsmethoden?

  • Systemische Antibiotika: Werden oral eingenommen und wirken im gesamten Körper (z. B. Amoxicillin, Metronidazol).
  • Lokale Antibiotika: Werden direkt auf die Zahnfleischtaschen aufgetragen (z. B. Doxycyclin-Gel oder Produkte, die Chlorhexidin enthalten).

Fortschrittliche Behandlungen: Chirurgische Methoden

Bei chirurgischen Parodontalbehandlungen handelt es sich um chirurgische Eingriffe, die durchgeführt werden, um fortgeschrittene Parodontalerkrankungen unter Kontrolle zu bringen, verloren gegangenes Gewebe wiederherzustellen oder ästhetische und funktionelle Störungen zu korrigieren. Diese Methoden werden in Fällen bevorzugt, in denen nichtchirurgische Behandlungen nicht ausreichen.

Lappenoperationen:

Dabei wird das Zahnfleisch entfernt und die Wurzeloberflächen und infizierten Gewebe gründlich gereinigt. Dank dieses Vorgangs werden infizierte Bereiche vollständig gereinigt und das Zahnfleisch erhält seine gesunde Struktur zurück.

  • Zweck der Lappenoperation: Beseitigung tiefer Zahnfleischtaschen. Um einen direkten Zugang für eine bessere Reinigung der Wurzeloberflächen zu ermöglichen. Schaffen einer gesunden Struktur durch Neuformung des Zahnfleischgewebes.
  • Wie wird es angewendet?: Es wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Das Zahnfleisch wird mit chirurgischen Instrumenten von der Zahnoberfläche abgehoben (es wird ein Lappen gebildet). Der darunter angesammelte Zahnbelag, Zahnstein und infiziertes Gewebe werden gereinigt. Bei Bedarf werden die Wurzeloberflächen geglättet. Das Zahnfleisch wird wieder an seinen Platz gelegt und mit Nähten fixiert.
  • Vorteile: Ermöglicht die vollständige Reinigung tiefer Taschen. Es kann direkt an der Wurzeloberfläche eingegriffen werden. Es ist eine wirksame Methode, um die Gesundheit des Zahnfleisches wiederherzustellen.

Regenerative Chirurgıe (Knochentransplantatıon Und Membran-Anwendungen)

Knochentransplantate und Membrananwendungen werden durchgeführt, um die natürliche Knochenbildung in Bereichen mit Knochenschwund zu unterstützen. Diese Verfahren ermöglichen einen längeren Verbleib der Zähne im Mund und sorgen für ein ästhetisches Erscheinungsbild.

  • Knochentransplantat: Um verlorenen Knochen zu ersetzen, werden natürliche oder künstliche Transplantationsmaterialien (Knochenpulver) verwendet. Es fördert die Knochenregeneration. Bei der Anwendung wird der Operationsbereich geöffnet und das infizierte Gewebe gereinigt. Transplantatmaterial wird platziert. Der Einschnitt wird geschlossen und genäht, um die Gewebeheilung zu bewahren.
  • Membran-Anwendungen (GTR – Guided Tissue Regeneration): Durch den Einsatz von Barrieremembranen wird ein kontrolliertes Nachwachsen von Knochen und Bindegewebe erreicht. Es verhindert das Eindringen von Bindegewebe und fördert die Knochenbildung.
  • Vorteile der regenerativen Chirurgie: Sie ermöglicht die Erneuerung verlorener Knochen und Gewebe. Es stärkt die Haltestruktur der Zähne. Sorgt für langfristige Zahnfleischgesundheit und funktionelle Wiederherstellung. Es wird ein Knochentransplantat eingesetzt. Über das Transplantat wird eine biologisch abbaubare oder permanente Membran gelegt. Durch die Membran wird der Heilungsbereich geschützt und eine gelenkte Gewebebildung ermöglicht.

Vorteile: Unterstützt die Regeneration verloren gegangenen Gewebes. Es erhöht die Stabilität des Zahns und beugt Zahnverlust vor. Es sorgt für langfristige funktionelle und ästhetische Ergebnisse.

Weichgewebetransplantation

Die Weichteiltransplantation ist ein chirurgischer Eingriff zum Ersetzen fehlenden Weichgewebes in Bereichen mit Knochenschwund. Diese Methode wird normalerweise allein oder mit Knochentransplantaten angewendet. Zur Behandlung von Zahnfleischrückgang und zur Verbesserung der Ästhetik

Die Weichteiltransplantation ist ein komplexer chirurgischer Eingriff. Aus diesem Grund ist vor einer Operation unbedingt eine Konsultation mit einem Parodontologen erforderlich.

Warum wird eine Weichteiltransplantation durchgeführt?

  • Beschleunigung der Wundheilung: Insbesondere bei starkem Knochenverlust kann es schwierig sein, dass sich die Wunde spontan schließt. Eine Weichteiltransplantation beschleunigt diesen Prozess.
  • Reduzierung des Infektionsrisikos: Weiches Gewebe schützt den darunter liegenden Knochen vor Infektionen.
  • Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbilds: Eine Weichteiltransplantation kann das Erscheinungsbild des Patienten deutlich verbessern, insbesondere bei Knochenschwund im Gesichtsbereich.
  • Sorgt für eine bessere Haftung von Zahnprothesen: Es schafft eine festere Grundlage für Zahnprothesen wie Zahnimplantate.

Wie wird eine Weichteiltransplantation durchgeführt?

  • Entnahme des Transplantatmaterials: In der Regel wird Weichgewebe aus dem eigenen Körper des Patienten (zum Beispiel Hüfte oder Bein) oder von Spendern verwendet.
  • Vorbereitung des Empfängerbereichs: Der Bereich mit Knochenverlust wird chirurgisch gereinigt und für das Transplantat vorbereitet.
  • Platzierung des Transplantates: Das vorbereitete Weichgewebe wird vorsichtig im Empfängerbereich platziert.
  • Verschluss: Die Wunde wird mit Nähten verschlossen.

Arten von Weichteiltransplantaten

  • Bindegewebetransplantat: Bindegewebe aus dem Gaumen wird in den Bereich transplantiert, in dem sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat. Es wird verwendet, um die Zahnwurzeln zu bedecken und das zurückgegangene Zahnfleischgewebe wiederherzustellen.
  • Freies Zahnfleischtransplantat: Zur Vergrößerung des Zahnfleischvolumens wird Gewebe aus dem Gaumen direkt transplantiert. Es wird im Allgemeinen verwendet, um die Menge des verhornten Zahnfleisches zu erhöhen. Dabei wird aus einer anderen Körperregion entnommenes Gewebe mitsamt den Gefäßen und Nerven in die neue Region transplantiert.
  • Lateraler Schiebelappen: Der vertiefte Bereich wird durch das Verschieben des Zahnfleischgewebes aus den benachbarten Bereichen geschlossen.

Nach der Weichteiltransplantation

  • Heilungsverlauf: Der Heilungsverlauf variiert je nach Transplantatart, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und der Größe des Empfängerbereichs.
  • Pflege: Es ist wichtig, regelmäßige Verbände und Kontrolluntersuchungen entsprechend den Anweisungen des Chirurgen durchzuführen.
  • Komplikationen: Komplikationen wie Infektionen, Blutungen und Transplantatverlust können selten auftreten.

Wer ist ein Kandidat für ein Weichteiltransplantat?

  • Patienten mit Gesichtstrauma
  • Patienten, die nach einer Krebsoperation Knochenschwund erleiden
  • Patienten mit angeborenem Knochendefekt
  • Patienten mit Knochen- und Weichteildefizit vor der Zahnimplantation

Laserbehandlung:

Es kann zur Reinigung infizierten Gewebes in Zahnfleischtaschen verwendet werden. Die Lasertechnologie bietet eine präzise und effektive Lösung für die Parodontalbehandlung. Laserunterstützte Behandlungen sind sehr erfolgreich bei der Beseitigung infizierten Gewebes und dem Schutz gesunden Gewebes. Laser werden häufig zur Entfernung von Zahnfleischpigmentierung, zur Infektionskontrolle und zur Zahnfleischformung eingesetzt. Laseranwendungen verkürzen die Erholungszeit nach dem Eingriff und erhöhen den Komfort des Patienten. Da es sich zudem um eine minimalinvasive Methode handelt, wird sie von den Patienten als weniger schmerzhaft empfunden.

Unterstützende Parodontalbehandlung

Um erneuten Parodontitis-Erkrankungen vorzubeugen, sind regelmäßige Pflege und Kontrolle notwendig. Im Rahmen der Erhaltungsbehandlung werden eine Zahnsteinreinigung, eine Kontrolle der infizierten Bereiche und eine Bewertung der Mundhygienegewohnheiten durchgeführt. Unseren Patienten wird empfohlen, auf die Mundhygiene zu achten und regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen. Durch regelmäßige Nachuntersuchungen können die parodontale Gesundheit erhalten und mögliche Probleme frühzeitig diagnostiziert werden. Um die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch langfristig zu erhalten, ist diese Behandlung äußerst wichtig.

Unsere Parodontalbehandlungen zielen darauf ab, sowohl die gesundheitlichen als auch die ästhetischen Bedürfnisse unserer Patienten zu erfüllen. Dank der in unserer Klinik angewandten modernen Methoden bieten wir angenehme und effektive Behandlungsergebnisse.

Nach der Behandlung sind regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen unerlässlich, um einem erneuten Auftreten der Erkrankung vorzubeugen. Patienten sollten im Allgemeinen alle 3–6 Monate eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen.