Behandlung von Periimplantitis
Periimplantitis ist eine Erkrankung, die durch Entzündungen und Knochenschwund im Weichgewebe und Knochen rund um ein Zahnimplantat gekennzeichnet ist. Unbehandelt kann es zum Versagen des Implantats führen.
Die Behandlung einer Periimplantitis zielt darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren, den Knochenschwund zu stoppen und gesundes Gewebe rund um das Implantat zu regenerieren. Die Behandlung einer Periimplantitis kann je nach Schwere der Erkrankung chirurgische und nicht-chirurgische Methoden umfassen. Der Behandlungsplan besteht normalerweise aus folgenden Schritten:
Nicht-Chirurgische Behandlungen
In Fällen einer Periimplantitis im Frühstadium werden im Allgemeinen nichtchirurgische Methoden bevorzugt.
- Professionelle Reinigung: Hierbei handelt es sich um einen mechanischen Vorgang zum Entfernen von Plaque und Biofilm auf der Implantatoberfläche. Mechanische Reinigung mit Instrumenten mit Titan- oder Kohlefaserspitzen, Plaque- und Zahnsteinreinigung mit Ultraschallgeräten. Es werden Kürettage-Instrumente aus Kunststoff oder Titan verwendet (um eine Beschädigung der nichtmetallischen Implantatoberfläche zu vermeiden).
- Antibiotikatherapie: Zur Bekämpfung der Entzündung werden lokale oder systemische Antibiotika eingesetzt. Als lokale Antibiotika wirken antibiotische Gele oder Lösungen mit Chlorhexidin. Als systemische Antibiotika werden Antibiotikakombinationen wie Amoxicillin und Metronidazol eingesetzt.
- Laserbehandlung: Mittels Laser wird die Implantatoberfläche sterilisiert und die Bakterienbelastung reduziert. Es handelt sich um eine minimalinvasive Methode. Es beschleunigt den Heilungsprozess. Das periimplantäre Gewebe wird dadurch nicht geschädigt.
- Chemische Dekontamination: Die Implantatoberfläche wird mit antimikrobiellen Mitteln (z. B. Chlorhexidin, Wasserstoffperoxid oder Zitronensäure) gereinigt. Ziel ist eine Entzündungshemmung durch die Entfernung von Bakterien von der Implantatoberfläche.
Chirurgische Behandlungen:
Chirurgische Methoden werden in fortgeschrittenen Stadien der Periimplantitis angewendet, wenn Knochenschwund und tiefe Taschen vorliegen.
- Chirurgische Lappenoperation: Dabei wird der infizierte Bereich direkt gereinigt, indem das Gewebe um das Implantat herum entfernt wird. Es wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Das Zahnfleischgewebe wird entfernt, um den Bereich um das Implantat freizulegen. Infiziertes Weichteil- und Knochengewebe wird entfernt. Die Implantatoberfläche wird durch mechanische und chemische Methoden dekontaminiert. Das Zahnfleischgewebe wird festgenäht.
- Resektivchirurgie: Hierbei handelt es sich um die Korrektur von Knochen und Weichteilen, die aufgrund einer Periimplantitis Deformitäten aufweisen. Das Ziel besteht darin, gesundes Knochen- und Zahnfleischgewebe aufzubauen. Entfernen infizierten Gewebes durch Umformung der Knochenränder.
- Gesteuerte Geweberegeneration (GTR): Dies ist eine Technik zur Regeneration verloren gegangenen Knochengewebes. Um das Implantat herum wird ein Knochentransplantat (synthetisch, autolog oder allografisch) angebracht. Um die Stabilität des Knochentransplantats zu gewährleisten, werden Barrieremembranen verwendet. Dieser Vorgang fördert die Knochenregeneration und erhöht die Stabilität des Implantats.
- Weichteilbehandlung um Implantate herum: Um die Dicke des Weichgewebes zu erhöhen oder die Gesundheit des Zahnfleisches zu verbessern, können Transplantationen durchgeführt werden.
Bindegewebstransplantat: Bindegewebe aus dem Gaumen wird eingesetzt, um die Menge an Zahnfleischgewebe zu erhöhen und für Stabilität um das Implantat herum zu sorgen.
Kombinierte Behandlungsansätze:
Chirurgische und nicht-chirurgische Behandlungen können zusammen eingesetzt werden. Beispiel: Eine Lappenplastik kann nach mechanischer Reinigung, chemischer Dekontamination und Antibiotikabehandlung durchgeführt werden. Lasertherapie und Knochentransplantation können kombiniert werden.
Nachbehandlung:
Der Erfolg der Periimplantitis-Behandlung hängt davon ab, dass der Patient auf eine regelmäßige Mundhygiene achtet und ärztliche Kontrolluntersuchungen nicht vernachlässigt.
Postoperative Empfehlungen:
- Mundhygiene-Aufklärung: Zähneputzen, der Gebrauch von Interdentalbürsten und die richtige Anwendung von Mundspülungen werden vermittelt.
- Kontrolluntersuchungen: Nach der Behandlung sollten regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen erfolgen. Die Heilung und Stabilität des Gewebes rund um das Implantat werden beurteilt.
- Regelmäßige professionelle Reinigung: Der Implantatbereich wird regelmäßig durch eine professionelle Reinigung überprüft.
Neue Technologien In Der Behandlung
- Photodynamische Therapie (PDT): Bakterien werden mit einem Laser durch die Anwendung einer lichtempfindlichen Substanz abgetötet. Es handelt sich um eine nicht-invasive Methode, die infiziertes Gewebe sterilisiert.
- Piezochirurgie: Mit Piezogeräten können heikle chirurgische Eingriffe durchgeführt werden, ohne das Knochengewebe zu beschädigen.
Faktoren, Die Den Behandlungserfolg Beeınflussen
- Mundhygiene des Patienten: Eine gute Mundhygiene verhindert ein Wiederauftreten einer Periimplantitis.
- Frühzeitiges Eingreifen bei der Behandlung: Wenn eine Periimplantitis frühzeitig erkannt wird, ist die Behandlung erfolgreicher.
- Zustand der Implantatoberfläche: Der Grad der Infektion auf der Implantatoberfläche beeinflusst den Erfolg der Behandlung.
- Parodontale Unterstützung: Regelmäßige parodontale Untersuchungen des Patienten helfen, Periimplantitis vorzubeugen.
Die Behandlung einer Periimplantitis kann erfolgreich erfolgen, indem die Krankheit frühzeitig erkannt und geeignete Methoden angewendet werden. Die Langlebigkeit des Implantats wird gewährleistet, wenn der Patient die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nach der Behandlung nicht vernachlässigt, auf die Mundhygiene achtet und die Empfehlungen des Arztes befolgt. Daher ist bei der Prävention und Behandlung von Periimplantitis ein multidisziplinärer Ansatz wichtig.
