Chirurgisches Management Von Infektionen

Zahnschnittmodell auf weißem Untergrund neben blutiger Mullkompresse und zwei gezogenen Zähnen

Zahninfektionen (Dentoalveoläre Infektionen)

Infektionen im Mund- und Kieferbereich haben meist zahnärztliche (odontogene) Ursachen. Dies können Zahnabszesse, parodontale Infektionen und Knocheninfektionen (Osteomyelitis) sein. Infektionen können fortschreiten und sich auf das umliegende Gewebe und den systemischen Kreislauf ausbreiten.

Zahninfektionen sind mikrobielle Infektionen, die das Hartgewebe des Zahns (Schmelz, Dentin) und das umgebende Gewebe befallen. Sie ist meist bakteriellen Ursprungs und kann unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Die Infektion kann von der Zahnpulpa ausgehen und sich auf den umliegenden Knochen, das Zahnfleisch und sogar angrenzende anatomische Bereiche ausbreiten.

Zahninfektionen können von einer einfachen Karies ausgehen und lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Daher sind eine frühzeitige Diagnose, die richtige Behandlung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen von entscheidender Bedeutung.

Typen von Zahninfektionen

  1. Apikale Parodontitis und Abszess: Sie werden durch tiefe Karies, ein Trauma oder eine erfolglose Wurzelkanalbehandlung verursacht. Es werden starke Schmerzen, Schwellungen um den Zahn herum und Empfindlichkeit beim Drücken auf den Zahn beobachtet. Unbehandelt kann es zu Komplikationen wie Abszessbildung und Ausbreitung auf die Nebenhöhlen oder Weichteile kommen.
  2. Perikoronitis: Infektion des Zahnfleisches um den teilweise durchgebrochenen Zahn (normalerweise bei Weisheitszähnen). Es treten Symptome wie Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes (Trismus), Schwellungen, Rötungen und Mundgeruch auf.
  3. Parodontale Infektionen: Es handelt sich um die Ausbreitung der Infektion, die vom Zahnfleisch bis in die tieferen Gewebeschichten beginnt. Zahnfleischbluten, Schwellung, Lockerung der Zähne, Abszessbildung.
  4. Osteomyelitis: Infektion des Kieferknochens. Es treten Symptome wie starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit im Kieferknochen, Fieber und allgemeine Schwäche auf.
  5. Cellulitis: Hierbei handelt es sich um die Ausbreitung einer Infektion auf Weichteile ohne Lokalisierung. Häufige Gesichtsschwellungen, Hautrötungen und Lymphadenopathie sind Symptome.

Behandlung von Zahninfektionen

Ziel der Behandlung ist es, die Infektionsquelle zu beseitigen und die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

Medizinisches Management

Antibiotikabehandlung: Bei leichten Infektionen wird Amoxicillin oder Amoxicillin-Clavulansäure bevorzugt. Bei einer Penicillinallergie können Clindamycin oder Metronidazol eingesetzt werden.

Schmerz- und Entzündungskontrolle: Schmerzen werden mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) behandelt.

Chirurgische Behandlung:

Zu den chirurgischen Eingriffen gehören die Lokalisierung der Infektion, die Drainage und die Reinigung des infizierten Gewebes.

  • Abszessdrainage: Es wird eine örtliche Betäubung angewendet. Der Bereich, in dem sich der Abszess befindet, wird chirurgisch geöffnet, der darin befindliche Eiter wird abgelassen und die Entzündung beseitigt. Bei Bedarf wird eine Drainage gelegt und die Drainage in der betroffenen Region belassen, bis die Infektion vollständig abgeklungen ist. Um ein erneutes Auftreten des Abszesses zu verhindern, muss der Zahn behandelt werden (z. B. Wurzelkanalbehandlung).
  • Zahnextraktion: Wenn der Zahn nicht gerettet werden kann, wird der Zahn extrahiert, der die Infektionsquelle darstellt. Bei der Extraktion wird sorgfältig vorgegangen, um die Ausbreitung der Infektion auf umliegendes Gewebe zu verhindern.
  • Endodontische Chirurgie (apikale Resektion): Wenn die Infektion trotz Wurzelkanalbehandlung nicht verschwindet, wird die Spitze der infizierten Zahnwurzel operativ entfernt.
  • Perikoronale Reinigung (Perikoronitis-Behandlung): Infiziertes Gewebe rund um den retinierten oder halbvergrabenen Zahn wird chirurgisch gereinigt. Wenn die Infektion erneut auftritt, kann eine Zahnextraktion empfohlen werden.

Fortgeschrittene chirurgische Eingriffe

  • Osteomyelitis-Behandlung: Bei Osteomyelitis werden infizierte Knochenfragmente gereinigt.
  • Behandlung von Abszessen und Nebenhöhlenentzündungen: Infektionen der Nebenhöhlen (Sinusitis) werden mit einer Nebenhöhlendrainage behandelt.

Care nach chirurgischen Eingriffen

Antibiotika und Schmerzmittel: Sollten wie vom Arzt empfohlen angewendet werden. Systemische Antibiotika unterstützen den chirurgischen Eingriff. Die Bestimmung der Bakterien, die die Infektion verursachen, erfolgt durch Kulturtests.

Mundhygiene: Sie können mit warmem Salzwasser gurgeln.

Schwellungskontrolle: Eine kalte Kompresse sollte innerhalb der ersten 24 Stunden angewendet werden.

Ernährung: Weiche und warme Speisen sollten bevorzugt und eine Belastung des Infektionsbereichs vermieden werden.

Komplikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Komplikationen: Ausbreitung der Infektion auf umliegendes Gewebe (z. B. Ludwig-Angina, Sinusitis, Mediastinitis).

Vorsichtsmaßnahmen: Frühzeitige Diagnose und Behandlung von Infektionen. Den systemischen Zustand des Patienten (z. B. Diabetes, Störung des Immunsystems) unter Kontrolle halten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt..