Arten von Zahnimplantaten und für wen sie geeignet sind

Kiefermodell zu Schulungszwecken mit verschiedenen Implantatkomponenten, Symbolbild für die Arten von Zahnimplantaten

Arten von Zahnimplantaten begegnen Patientinnen und Patienten meist als eine Ansammlung von Begriffen. Titan, Zirkon, durchmesserreduziert, kurz, Sofortbelastung und All-on-Four fallen im selben Gespräch, und schnell ist unklar, welcher Begriff welche Frage beantwortet. Diese Bezeichnungen sind keine konkurrierenden Alternativen. Jede von ihnen beschreibt eine andere Entscheidung. In diesem Beitrag trennen wir die Implantattypen nach Material, Größe, Belastungszeitpunkt, Anzahl der fehlenden Zähne und Verbindungsdesign und erklären, für wen der jeweilige Unterschied tatsächlich zählt.

Warum ein Implantat kein einheitliches Produkt ist

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Wurzel, die in den Kieferknochen eingebracht wird und den Zahnersatz trägt. Diese Definition gilt für jedes Implantat, doch die Umgebung, in die es eingesetzt wird, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch grundlegend. Bei einer Person ist der Knochen im Seitenzahnbereich hoch und breit, bei einer anderen ist genau dort über die Jahre Höhe verloren gegangen. Im Frontzahnbereich kann das Zahnfleisch dünn sein, und im Seitenzahnbereich wirken deutlich höhere Kaukräfte.

Deshalb bieten die Hersteller eine Bandbreite statt einer einzigen Größe und eines einzigen Designs an. Wie ein Implantat grundsätzlich funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite Was ist ein Implantat. Die folgenden Abschnitte zeigen, nach welchen Kriterien diese Bandbreite eingegrenzt wird.

Nach Material: Titan und Zirkon

Der überwiegende Teil der Zahnimplantate besteht aus Titan oder Titanlegierungen. Die Verbindung, die Titan mit dem Knochen eingeht, bildet die Grundlage eines seit Jahrzehnten angewandten Verfahrens. Das Material ist stabil und bruchfest, und Oberflächenbehandlungen unterstützen das Anwachsen des Knochens.

Zirkonimplantate wurden als metallfreie Variante entwickelt. Ihre Farbe liegt näher an Zahn und Zahnfleisch, weshalb sie im Frontzahnbereich in Betracht kommen können, wenn bei dünnem Zahnfleisch ein gräulicher Schimmer vermieden werden soll. Zirkon ist allerdings spröder, und da diese Implantate häufig einteilig gefertigt werden, bleibt der Spielraum bei der prothetischen Versorgung geringer.

Eine allgemeine Rangfolge zwischen den beiden Materialien gibt es nicht. Die Wahl richtet sich nach der Lage der Lücke, der Dicke des Zahnfleisches und der geplanten Versorgung.

Nach Größe: Standard, durchmesserreduziert und kurz

Durchmesser und Länge richten sich nach dem vorhandenen Knochenangebot. Das ist die praktischste aller Unterscheidungen.

  • Implantate mit Standarddurchmesser: die häufigste Gruppe, eingesetzt bei ausreichendem Knochenangebot.
  • Durchmesserreduzierte Implantate: gewählt, wenn der Abstand zwischen zwei Zähnen eng ist oder der Kieferkamm schmal geworden ist. Der untere Frontzahnbereich ist das typische Beispiel.
  • Kurze Implantate: im Oberkiefer bei tief liegendem Sinusboden und im Unterkiefer bei oberflächennahem Nervkanal können sie einen zusätzlichen chirurgischen Eingriff vermeidbar machen.
  • Implantate mit großem Durchmesser: im Seitenzahnbereich mit hoher Kaubelastung möglich, sofern der Knochen es zulässt.

Die Größe wird anhand der Schnittbildaufnahme festgelegt. Über den Durchmesser zu entscheiden, ohne Knochenhöhe und Knochenbreite gemessen zu haben, ist kein sinnvolles Vorgehen.

Nach Belastungszeitpunkt: konventionell, früh und sofort

Wann der Zahnersatz auf das Implantat kommt, ist eine Frage des Zeitpunkts. Beim konventionellen Vorgehen wartet man das Einheilen im Knochen ab und versorgt anschließend. Die Frühbelastung nimmt die Versorgung zu einem definierten Zeitpunkt der Heilung in Betrieb statt erst an deren Ende.

Sofortbelastung bedeutet, dass in derselben Sitzung eine provisorische Versorgung eingesetzt wird. Das ist nicht in jedem Gebiss möglich, denn das Implantat muss bereits beim Einbringen ausreichend fest sitzen. Die Voraussetzungen beschreiben wir ausführlich auf den Seiten Sofortimplantation und Sofort-Implantatbehandlung.

Planung nach der Zahl der fehlenden Zähne

Die Zahl der Implantate muss der Zahl der fehlenden Zähne nicht entsprechen. Die Planung folgt der Größe der Lücke und dem Zustand des Knochens.

Fehlt ein einzelner Zahn, wird ein Implantat gesetzt, ohne die Nachbarzähne zu beschleifen, und darauf eine Einzelkrone gefertigt. Die Einzelheiten finden Sie unter Einzelzahnimplantat. Fehlen mehrere nebeneinanderliegende Zähne, lässt sich statt eines Implantats pro Lücke eine Brücke zwischen zwei Implantaten planen. Dieses Vorgehen behandeln wir unter Implantatbehandlung bei mehreren fehlenden Zähnen.

Bei einem zahnlosen Kiefer gibt es zwei Hauptwege. Festsitzende Lösungen tragen den gesamten Kiefer auf einer bestimmten Zahl von Implantaten, bekannte Beispiele sind All-on-Four und All-on-Six. Bei herausnehmbaren Lösungen hält der Zahnersatz an den Implantaten, lässt sich zur Reinigung aber entnehmen. Ein Vergleich beider Gruppen steht auf der Seite implantatgetragene Prothesen.

Nach Verbindungsdesign: Knochenniveau und Weichgewebsniveau

Auch die Lage der Implantatschulter bildet eine Unterscheidung. Bei Implantaten auf Knochenniveau liegt diese Schulter auf Höhe des Knochens, und die Verbindung zur Versorgung entsteht über ein separates Bauteil, das Abutment. Dieses Design lässt mehr Spielraum, um den Zahnfleischverlauf zu formen, was im sichtbaren Frontbereich besonders zählt.

Bei Implantaten auf Weichgewebsniveau ragt der Implantathals durch das Zahnfleisch. Im Seitenzahnbereich kann das bevorzugt werden, weil es die Reinigung erleichtert und die Zahl der Verbindungsstellen verringert. Diesen Unterschied spürt man im Alltag nicht, er bestimmt jedoch, wie die Versorgung gefertigt wird und wie sich das umliegende Zahnfleisch verhält.

Welcher Typ für wen geeignet ist

Entscheidend ist weniger das Implantat selbst als der Zustand des Gebisses und der Person:

  • Knochenangebot und Knochendichte: Durchmesser, Länge und Belastungszeitpunkt hängen wesentlich davon ab.
  • Lage der Lücke: vorn steht die Ästhetik im Vordergrund, hinten die Kaubelastung.
  • Dicke des Zahnfleisches: bei dünnem Gewebe zählen Materialfarbe und Verbindungsdesign mehr.
  • Zahnfleisch- und Knochengesundheit: in entzündetes Gewebe wird nicht implantiert, zuerst wird behandelt.
  • Allgemeine Gesundheit: nicht eingestellte Grunderkrankungen und Rauchen beeinflussen die Heilung.
  • Knirschen und Pressen: liegt nächtliches Pressen vor, werden Implantatzahl und Versorgungsdesign angepasst.

Wie sich diese Faktoren im Ergebnis niederschlagen, behandeln wir im Beitrag Wann ist eine Implantatbehandlung besonders erfolgreich.

So wählen wir den Implantattyp aus

Wir in der Ayşe Erken Zahnklinik legen den Implantattyp nicht beim ersten Termin fest, denn der Typ ist das Ergebnis der Planung und nicht deren Ausgangspunkt.

Zuerst untersuchen wir den Mundraum, danach erstellen wir eine dreidimensionale Aufnahme und einen digitalen Abdruck. Anhand der Aufnahme messen wir Höhe, Breite und Dichte des Knochens und bestimmen die Lage von Sinusboden und Nervkanal. Im selben Schritt beurteilen wir die Gegenbezahnung und die Verzahnung, denn davon hängt die Belastung des Implantats ab.

Liegen eine Zahnfleischentzündung, Karies oder eine frakturierte Wurzel vor, versorgen wir diese vor der Implantation. Reicht das Knochenangebot nicht aus, nehmen wir vorbereitende Schritte wie eine Augmentation oder das Anheben des Sinusbodens in den Plan auf. Anschließend stellen wir die infrage kommenden Möglichkeiten vor und besprechen, was jede davon für den Behandlungsverlauf bedeutet.

Für unsere Patientinnen und Patienten in Alanya und Umgebung planen wir die Kontrolltermine passend zum Alltag. Unser gesamtes Angebot in der Region finden Sie auf der Seite Zahnarzt in Alanya.

Die Pflege bleibt unabhängig vom Typ gleich

Ob ein Implantat über Jahre beschwerdefrei bleibt, hängt maßgeblich von der Gesundheit des umliegenden Gewebes ab. Ein Implantat bekommt keine Karies, doch Zahnfleisch und Knochen ringsum können sich entzünden. Das gilt unabhängig davon, welcher Typ gewählt wurde.

  • Putzen Sie zweimal täglich und beziehen Sie den Bereich um das Implantat mit ein.
  • Verwenden Sie Interdentalbürsten und die für Implantate empfohlenen Zahnseidehilfen.
  • Rauchen wirkt sich ungünstig auf die Heilung und das Langzeitergebnis aus.
  • Halten Sie die Kontrolltermine ein, ein früh erkanntes Zahnfleischproblem lässt sich gut beherrschen.
  • Melden Sie sich sofort, wenn sich die Versorgung locker anfühlt, Geräusche macht oder stört.

Die vollständige Pflegeroutine finden Sie im Beitrag Mundpflege nach einer Implantatbehandlung.

Fazit

Der Unterschied zwischen den Arten von Zahnimplantaten erschließt sich nicht über die Frage, welches das beste ist, sondern darüber, welches zu welchem Gebiss passt. Material, Größe, Belastungszeitpunkt, Zahl der fehlenden Zähne und Verbindungsdesign sind keine getrennten Entscheidungen, sie werden gemeinsam aus Schnittbild und Befund abgeleitet. Wir in der Ayşe Erken Zahnklinik untersuchen Knochenstruktur und Verzahnung jeder Patientin und jedes Patienten ausführlich, besprechen die realistischen Möglichkeiten gemeinsam und begleiten den Fall auch nach dem Einsetzen der Versorgung mit regelmäßigen Kontrollen. Um den für Sie passenden Implantattyp zu erfahren, können Sie mit uns Kontakt aufnehmen.